Aktuelles

Exkursion mit der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald Oberhavel am 8.4.2017

Am 8.4.2017 war die Schutzgemeinschaft Deutscher Wald (SDW), Regionalverband Oberhavel, zu Gast bei der ANW Brandenburg e.V..

Unter der Führung von Dietrich Mehl wurde zunächst dem Schwarzwildübungsgatter in Zehdenick ein Besuch abgestattet. Dort erläuterte der Gattermeister Karl-Ernst Brehmer den Aufbau, die Organisation und Philosophie des Gatterbetriebes. Höhepunkt war ein Besuch im Ruhegatter, wo eine 8- und 1-jährige Bache mit Frischlingen ihr Zuhause hat. Die alte Bache hat einen derart vertrauensvolles Verhältnis zum Gattermeister, dass sie sich auf die Seite legte und sich von den Kindern streicheln ließ.

Im weiteren Verlauf der Exkursion fand eine Waldwanderung statt, bei der die Grundsätze naturgemäßer Waldwirtschaft erläutert und anschaulich demonstriert wurden.

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Auszeichnungsübung mit Studierenden der HNEE Eberswalde

Am 7. April 2017 fand mit 24 Studentinnen und Studenten der Hochschule für Nachhaltige Entwicklung Eberswalde wieder eine Auszeichnungsübung in der Landeswaldoberförsterei Reiersdorf statt. Nach einer kurzen Information über die Grundsätze der ANW ging es rasch in den Wald hinaus. Ein ca. 135-jähriger Stieleichen-Rotbuchen-Wald mit ca. 70-jähriger Rotbuche im Zwischenstand bot zahlreiche Möglichkeiten für umfangreiche Diskussion über den richtigen Weg in der naturgemäßen Waldbewirtschaftung. Mit farbigen Bändern konnten die Studierenden ihre Ideen und Vorstellungen ausprobieren; anschließend wurden die Ergebnisse gemeinsam in der Gruppe diskutiert. Während gelbe Bände die Bäume kennzeichnen sollten, auf die gewirtschaftet werden sollte, wurden die Entnahmebäume rot und die Habitatbäume weiß markiert.

Geleitet hat die Übung unser Vorsitzende Dietrich Mehl gemeinsam mit Michael Walter.

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ANW-Tannentagung am 1. April 2017 ein voller Erfolg!

Waldbauliche Potenziale der Weißtanne in Brandenburg

Am Morgen des 1. April 2017 konnten die Einwohner des kleinen Dorfes Gandenitz (300 EW) eine erstaunliche Invasion beobachten. Fast 100 Besucher belegten jeden nur möglichen Parkplatz und strömten in das Gasthaus „Zur Linde“ zur „Weißtannen-Tagung“ und folgten damit der Einladung der ANW Brandenburg.

Dietrich Mehl, Vorsitzender der ANW Brandenburg begrüßte die zahlreichen Gäste und übergab dann die Leitung der Tagung an Michael Duhr.

Nach einer kurzen Einführung über Sinn und Zweck der Tagung, nämlich der Frage ob die Weißtanne eine Zukunft in Brandenburg haben kann, stellte er den ersten Redner der Tagung vor.

Wolf Hockenjos, der „Vater der Weißtanne“ aus dem Schwarzwald, wirbt seit Jahrzehnten in Wort, Schrift und Bild für die Weißtanne und so war auch sein Vortrag „Die Tanne, eine Zukunft für Abies Alba?“, ein engagiertes und emotionales Plädoyer für die Weißtanne. In Anlehnung an die Buche, als „Mutter des Waldes“, titulierte er die Weißtanne als „Mutter der Nadelhölzer“. Nach seiner Meinung hat sie auch gute Chancen in Brandenburg.

Hockenjos ANW 01.04.2017 Templiner Tannenvortrag

 Im nächsten Vortrag von Prof. Dr. Ulrich Schwarz „Optionen zur Verwendung von Tannenholz“ ging es inhaltlich um die Frage der Wirtschaftlichkeit von Tannenholz. Prof. Schwarz räumte mit dem Vorurteil auf, dass die Weißtanne schlecht zu vermarkten und schlecht zu bearbeiten sei. Er zeigte an vielen Beispielen, wie dauerhaft und wertvoll Weißtannenholz ist. Natürlich muss man auch bei der Weißtanne, wie bei anderen Holzarten, die besonderen Eigenschaften beachten. Für die Vermarktung von Weißtannenholz sollte grundsätzlich mindestens eine LKW Ladung zusammen kommen. Prof. Schwarz sah Potenziale für Weißtannenholz bei der Herstellung von Lamellen. Er ging davon aus, dass hierzu eine Mindestmenge von 600.000 fm (Zopf 40 bis 60cm) über einen Zeitraum von 10 Jahren auf dem Markt vorhanden sein muss, um 2 Verarbeitungsbetriebe im Land Brandenburg zu versorgen.

 Schwarz ANW 01.04.2017 Präsentation Tanne

Weiter ging es mit dem Vortrag von Prof. Dr. Peter Spathelf „Waldbauliche Optionen mit Weißtanne in Brandenburg“. Prof. Spathelf referierte in seinem Vortrag zur Anpassungsfähigkeit der Weißtanne, zur genetischen Vielfalt, zum Wachstum und schließlich zum Klimarisiko der Weißtanne. Basierend auf den Erfahrungen aus Anbauversuchen in der Landewaldoberförsterei Doberlug skizierte er einen möglichen Bestandeszieltyp mit führender Weißtanne in Brandenburg. Dieser sollte insbesondere auf terrestrischen Standorten der Nährkraftstufen K bis M in den Klimastufen Tf und Tm realisiert werden. Aber auch wechselfeuchte und mineralische Nassstandorte hält Prof. Spathelf für geeignet. Als Misch- oder Begleitbaumart ist die Tanne auf entsprechenden Standorten im Kiefern-, Buchen- oder im Douglasienmischwald denkbar.

 Spathelf ANW 01.04.2017 Vortrag

Der Forstbezirk Eibenstock in Sachsen ist das Mekka der Weißtannenfreunde in Ostdeutschland. Stephan Schusser, der Leiter des Forstbezirkes, zeigte in beeindruckenden Bildern und mit viel Engagement die Erfolge bei der „Etablierung der Weißtanne im Forstbezirk Eibenstock“. Besonders ging er auf die Sortimente, die Herkünfte und die Pflanz- sowie Saatverfahren ein, die zur erfolgreichen Etablierung von Weißtannenverjüngungen notwendig sind.

Schusser ANW 01.04.2107 Etablierung WTA ANW Brbg. 2017

Als Einstieg in die Exkursion am Nachmittag referierte Forstbetriebsleiter Jürgen Schuppelius über die „Weißtannenbewirtschaftung im Stadtforst Templin“. Unter dem Aspekt der Produktverbreiterung und der Klimaveränderung arbeitet die Stadtforstverwaltung Templin schon seit vielen Jahren mit der Weißtanne, um die Wälder zu stabilisieren und das Absatzportfolio zu erweitern. Schuppelius wies auf die besondere jagdliche Situation hin. Der städtische Eigenjagdbezirk besteht im Exkursionsteil aus einem ca. 800 Meter schmalen Waldstreifen und die angrenzenden Jagdnachbarn sind nicht an waldangepassten Wildbeständen interessiert, sondern verfolgen eher gegenteilige Interessen. Durch die engagierte Eigenbejagung der Stadtwaldflächen in diesem Revierteil ist trotz der ungünstigen Flächenform die Etablierung von Laubholz-Naturverjüngungen ohne Schutzmaßnahmen möglich. Allerdings gelingt die Verjüngung von Weißtannen i.d.R. nur im Zaun.

 Schuppelius ANW 01.04.2017 Weißtanne

Nach einer kurzen Mittagspause mit Suppe, Würstchen und vielen Fachgesprächen fuhren 3 Exkursionsgruppen in das Revier Gandenitz. Das liegt in der Klimastufe Tf. Die Exkursionsleitung übernahmen neben Herrn Schuppelius der zuständige Revierleiter Christian Hierdeis und sein Kollege Joachim Lange.

 Am Exkursionspunkt 1 wurden vor 14 Jahren Weißtannen im Zaun streifenweise in einen jetzt 140- jährigen Buchbestand auf einem K2 Standort gepflanzt. Die Weißtannen entwickelten sich gut. Aufgrund der Buchenkonkurrenz in der Verjüngung entschied sich der Revierleiter Christian Hierdeis, die gleichwüchsige Buchenverjüngung für die Weißtanne zurückzuschneiden. Über die Notwendigkeit dieser Maßnahme wurde naturgemäß rege diskutiert. Es wurde deutlich, dass die Weißtanne als Schattbaumart hervorragend zur Komplementierung von Buchenverjüngungen geeignet ist.

 Am Exkursionpunkt 2 wurde uns mit 39 Meter Höhe die höchste ca. 200 Jahre alte Weißtanne Brandenburgs gezeigt. Wie die Weißtannen in diesen Bestand kamen, lässt sich leider nicht mehr recherchieren. Es handelt sich um einen Mischbestand aus Rotbuche, Eiche, Kiefer, Fichte und Weißtanne auf einem K2 Standort, der frisch durchforstet wurde. Naturverjüngungen aus Buche, Eiche, Kirsche und Ahorn waren vorhanden, die Weißtanne fehlte allerdings in der Verjüngung. Einzelne Weißtannen-Natürverjüngungen war zu finden, aber extrem verbissen. In der Diskussion wurde der Vorschlag unterbreitet, die Fläche versuchshalber zu zäunen.

 Am Exkursionspunkt 3 fanden die Teilnehmer einen 55 jährige, geasteten und gezäunten Weißtannenbestand mit 115 jährigem Überhalt aus Douglasie, Roteiche und Buche auf einem K2 Standort vor. Bei der Frage, wie der Bestand durchforstet werden soll, gingen die Meinungen weit auseinander. Ein Teil der Exkursionsgruppe favorisierte die Auswahl von Z-Bäumen und deren konsequente Begünstigung, kombiniert mit der behutsamen Ernte einzelner Exemplare des Überhalts. Der andere Teil der Exkursionsgruppe forderte eine Plenterung des Bestandes. Angelehnt an die Stammzahlverteilung einer Plenterkurve, sollten einzelne schlechtwüchsige Weißtannen entnommen werden. Dadurch würden die mittleren Durchmesser nicht unverhältnismäßig stark dezimiert und es gäbe Möglichkeiten für die Etablierung von Weißtannen-Verjüngungen, die in der Plenterkurve des Bestandes bisher fehlen.

 In der Abschlussdiskussion wurden der Weißtanne durchaus Potenziale im Land Brandenburg zugesprochen. Diese liegen eindeutig in dem von Prof. Spathelf skizzierten Standortsspektrum. Die Weißtanne stellt hier als Schattbaumart eine echte heimische Nadelbaumalternative zur Kiefer oder Douglasie dar. Unbeantwortet blieb allerdings die Frage, ob die Weißtanne aufgrund der Verordnung des Biosphärenreservats Schorfheide-Chorin in Biosphärenreservatsflächen verwendet werden darf. Falls dies möglich sein sollte, ergibt sich mit der Weißtanne eine heimische Nadelbaumalternative in naturgemäßen Wirtschaftswäldern in Biosphärenreservatsflächen.

 Insgesamt war die Tagung rundum erfolgreich. Die Teilnehmer konnten viele neue Erkenntnisse zur Weißtanne in Brandenburg mitnehmen und so war es auch ein guter Einstieg in die „Weißtannen-Offensive“ des ANW Bundesverbandes. Die Präsentationen befinden sich auf der Website der ANW Landesgruppe Brandenburg (www.anw-brandenburg.de) .

 Allen Vortragsrednern, dem Team des Stadtforstes Templin und den Organisatoren Andreas Schulze und Michael Duhr (sie hatten auch das tolle Frühlingswetter eingeplant) sei an dieser Stelle ganz herzlich gedankt, es war ein schöner und lehrreicher Tag.

 Jürgen Rosemund

Andreas Schulze

 

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ANW Arbeitstreff im Forstbetrieb Hirschfelde 8.10.2016

Am 08.10.2016 versammelten sich ca. 40 Mitglieder der ANW im Forstbetrieb Hirschfelde zur einer Exkursion in die Wälder des Betriebes.

Zunächst einige Daten.
Der Forstbetrieb wurde im Jahr 1998 von Matthias Graf von Schwerin erworben und im Jahr 2009/2010 auf eine naturgemäße Waldwirtschaft umgestellt.
Der Forstbetrieb Hirschfelde befindet sich auf der Grundmoränenfläche des nordöstlichen Barnim.
Größe: knapp 1.000 ha
Aktueller Waldzustand: Vorrat: 322 Vfm/ha
Zuwachs: 9,6 Vfm/ha
Baumartenverteilung: 48 % Kiefer
26 % Eiche
9 % Fichte
7 % Lärche
6 % Buche
4 % sonstiges Laubholz

Waldbauliche Zielstellung
Das Betriebsziel ist die naturgemäße Waldwirtschaft mit der Erhaltung und Schaffung von Wäldern mit hohen Anteilen standortheimischer Baumarten. Angestrebt wird ein mehrstufiger, ungleichaltriger Waldaufbau. Damit wird ökologischen und ökonomischen Anforderungen Rechnung getragen.

Waldbauliche Grundsätze
Bei der Verjüngung erhält die Naturverjüngung Vorrang vor Saat und Pflanzung.
Bei der Holzernte wird pfleglich vorgegangen.
Auf die Anlage von großräumigen Zäunen wird nach Möglichkeit verzichtet.
Rückegassen werden dauerhaft markiert und langfristige auf Abstände von 40 m geplant.
Horst-, Höhlen- und Habitatbäume werden dauerhaft aus der Nutzung genommen.
Zur Planung der Schalenwildabschüsse werden ausreichend Weisergatter angelegt.
Es gilt der klare Grundsatz „Wald vor Wild“.
Jagd ist der entscheidende Faktor, von dem der Erfolg der waldbaulichen Maßnahmen abhängt.
Die Jagdmethoden zielen auf eine störungsarme und effektive Jagd.

Nun zur Exkursion.
in Hirschfelde begrüßte uns der Eigentümer des Forstbetriebes Matthias Graf von Schwerin und stellte uns die Exkursionsführer Armin Crull, Thomas Schulz und Moritz von Maltzahn vor.

Dann fuhren wir zum 1. Exkursionspunkt, einem 150 Jahre alten Eichenbestand in den langsam eine dichte Hainbuchennaturverjüngung einwächst. Die Diskussion drehte sich um die Frage, ob und wie man diese Hainbuchennaturverjüngung zulässt.

 

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2. Exkursionspunkt, HBA Eiche, 160 Jahre. Im Zuge der Sanitärhiebe wurde ersichtlich, dass teilweise mit einem Totalausfall der Eiche gerechnet werden muss. Diese Fläche wurde mit Europäischer Lärche und Douglasie unterbaut. Hier entzündete sich eine längere Diskussion, ob mit diesem Unterbau langfristig ein Nadelwald anstelle des Laubwaldes etabliert werden soll. Die Exkursionsführer und der Eigentümer versicherten, dass dies nicht geplant ist, sondern die Nadelbäume als Zwischennutzung und als späterer Anteil eines Mischwaldes geplant sind. Mit dieser Planung zeigten sich die Exkursionsteilnehmer überwiegend einverstanden.

 

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Exkursionspunkt 3, HBA Traubeneiche, Zerreiche, Alter 100 Jahre. Der Bestand ist aus einer Pflanzung hervorgegangen. Beim Versuch wurde die Zerreiche im Verbund mit Buche, Hainbuche und Kiefer angepflanzt. Die Zerreiche hat dem Konkurrenzdruck der Buche standgehalten. Eine Pflege hat nie stattgefunden. Die Qualität der Zerreiche ist mäßig, insbesondere Frostrisse (37 %) führen zu einer Entwertung.

 

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Bei der Fahrt durch den Forstbetrieb konnten wir viele unterschiedliche Waldbilder bewundern. Fast überall konnten wir Naturverjüngungen sehen und damit den Erfolg der intensiven Jagd feststellen. Es war auffällig viel Totholz im Wald, um den Boden wieder Nährstoffe zuzuführen. Auch waren ungewöhnlich viele Habitatbäume zu sehen, was auch das Engagement des Eigentümers für den Naturschutz beweist.

Insgesamt war das Bestreben des Eigentümers zu einer naturgemäßen Waldwirtschaft deutlich zu erkennen, man kann ihm dazu gratulieren und viel Erfolg auf dem weiteren Weg wünschen.

Ein kleines Vesper und eine Dankeschön an Graf von Schwerin und die Exkursionsführer rundete den schönen Tag ab. Ich denke, alle Teilnehmer fuhren, ebenso zufrieden wie ich. wieder heim.

 

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Berlin, den 11.10.2016
Jürgen Rosemund

P.S. Der Exkursionsführer ist bei mir erhältlich (jrosemund@t-online.de )

Auszeichnungsübung mit Studenten der HNEE am 8.4.2016

Zusammen mit rund 30 Studierenden der Hochschule für nachhaltige Entwicklung Eberswalde führte die ANW Brandenburg eine praktische Auszeichnungsübung im Wald durch. Übungsobjekt war ein ca. 130 Stieleichenbestand mit Buchen im Zwischen- und Oberstand in der Oberförsterei Reiersdorf des Landesbetriebes Forst Brandenburg.

 

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