Positionen


Waldbauliche Grundsätze
Jagd



Foto: P. Mohr

Foto: P. Mohr
 




Positionen der ANW Brandenburg e.V.
ANW-Position zur Jagd und Forstwirtschaft in Brandenburg

Um unserer waldbaulichen Forderung der standortsgerechten und wo immer möglich natürlichen, artenreichen Verjüngung gerecht zu werden, kommt der Jagd die entscheidende Schlüsselfunktion zu. Stabile und leistungsfähige Wälder nachhaltig zu bewirtschaften, ist nur bei ökosystemverträglichem Wildbeständen möglich.

Im weitaus überwiegenden Teilen der brandenburgischen Wälder, zeigt sich leider ein anderes, trauriges Bild.


Zauneffekt
Die Verjüngung des Waldes ist nur mit aufwendigem und kostspieligem Zaunschutz möglich.

Vielerorts verursachen Fege- und Schälschäden gravierende finanzielle Verluste durch eine erhebliche Entwertung der Holzqualität.


Schälschaden/Fegeschaden
Ein konsequentes Gegensteuern ist unter den aktuellen, nicht mehr zeitgemäßen gesetzlichen Rahmenbedingungen nur eingeschränkt möglich.

Die behördlich festgesetzten Abschusszahlen, beruhen auf jährlich durchgeführten Wildzählungen. Langjährige wissenschaftliche Untersuchungen beweisen, dass Schalenwildpopulationen im Wald nicht zählbar sind. Eine Untererfüllung der Abschusszahlen wird nicht sanktioniert.

Der Vegetationszustand ist der wesentliche und einzig praktikable Weiser zur Beurteilung der Wilddichte. Ein entsprechendes waldbesitzartenübergreifendes Monitoringsystem wird in Brandenburg nicht betrieben.


Die ANW fordert deshalb:

  • Die Abschussplanung für Rehwild ist abzuschaffen (Mindestabschusszahlen sind zu fordern)

  • Die Abschusspläne für Rot- und Damwild sind nach den Ansprüchen der Grundeigentümer und den Erfordernissen der Wildbiologie und der Landeskultur auszurichten.

  • Eine stetige Nichterfüllung der Abschusspläne/Mindestabschusspläne ist zu sanktionieren

  • Zur Einschätzung der Wald/Wild-Situation und zur Aufstellung der Abschusspläne sind verbindliche Verjüngungsinventuren auf Stichprobenbasis anzuwenden.

  • Die Regelung des Wildschadensersatzes im Wald ist zu vereinfachen.

  • Eingetretene Schäden müssen wertgleich ersetzt werden.

  • Die natürliche Walddynamik behindernde Wildschäden schließen eine forstliche Förderung aus.

  • Wirkungsvolle Jagdmethoden wie Bewegungsjagden sind zu fördern.

  • Eine Synchronisation der Jagdzeiten der verschiedenen Wildarten ist wo immer möglich anzustreben.

  • Keine Beschränkung der Jagdausübung ohne plausible, wildbiologische Begründung (z.B. Bockjagd im Winter)

  • Prämien für ökosystemverträgliche Wald/Wild-Verhältnisse.

  • Verbesserung der Einflussmöglichkeit der Grundeigentümer auf die Gestaltung der Jagd.

  • Betonung von Waldbau und Ökologie bei der jagdlichen Aus- und Fortbildung.


Die ANW bekennt sich zur Erhaltung und Nutzung eines artenreichen, den standörtlichen Verhältnissen angepassten Wildbestandes und zu einer tierschutzgerechten Bejagung auf ethischer Grundlage.